Kurzbewerbung Praktikum: Machen Sie nicht diese Fehler

Kurzbewerbung Praktikum

Eine Bewerbung für ein Praktikum unterscheidet sich von der Bewerbung um eine feste Stelle. Wenn Sie kurz davorstehen, diesen ersten Schritt in die Berufswelt zu machen, dann sind Sie richtig hier.

Was gehört eigentlich in eine Kurzbewerbung für ein Praktikum? Welche Stolpersteine warten auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch? Und wie heben Sie sich von anderen Bewerbern ab? Erfahren Sie hier die vier häufigsten Fehler und wie Sie sie erfolgreich vermeiden können.

Ein Praktikum ist der erste Schritt in die Richtung des Berufs, den Sie anstreben. Auch wenn Sie schon durch ein Studium oder eine Ausbildung Kenntnisse in einem Bereich haben, bleibt das Praktikum die erste reale Erfahrung in der Arbeitswelt. Gerade aus diesem Grund ist es wichtig, dass diese erste Berührung mit der Praxis gut wird. Der richtige Praktikumsplatz, ein erfolgreicher Bewerbungsprozess und eine perfekte Bewerbung: Das alles sind Bausteine für Ihren ersten Schritt in die Berufswelt. Bevor Sie also Ihr erstes Praktikum antreten, haben Sie eine Menge Zeit und Arbeit investiert, um dort zu landen, wo Sie hinwollen.

Damit das auch klappt, muss nicht nur ein passender Praktikumsplatz gefunden werden, sondern Sie müssen auch eine Bewerbung verfassen, die überzeugt. Gerade als angehender Praktikant ist das gar nicht so einfach. Wie sollen Sie Ihre Bewerbung ohne Arbeitszeugnisse so füllen, dass das Unternehmen Ihre Kompetenzen richtig einschätzen kann? Können Sie sich überhaupt ohne Zeugnis bewerben? Wie formulieren Sie im Anschreiben Ihre Motivation, ohne auf Erfahrungen zurückgreifen zu können? Das alles sind Fragen, die sich jeder Bewerber vor einer Bewerbung um ein Praktikum stellt.

Die Antwort auf diese Fragen rund um Ihre Bewerbung lautet: Kurzbewerbung. Unternehmen wissen, das sie ihre Praktikumsplätze an Bewerber ohne viel Praxiserfahrung vergeben müssen. Daher wird von Ihnen im Anschreiben und im Lebenslauf keine lange Liste mit Berufserfahrung erwartet. Bei einer Kurzbewerbung kommt es also auf Sie und Ihre Motivation an. Aber auch bei einer Kurzbewerbung gibt es Stolpersteine. Zwar besteht diese verkürzte Form der Bewerbung nur aus Lebenslauf und Anschreiben, trotzdem müssen beide Dokumente sorgfältig erstellt werden. Lesen Sie hier, welche vier Klippen Sie dabei gekonnt umschiffen sollten.

 

#1 Kurz und trotzdem vollständig? Das gehört in Ihre Kurzbewerbung für ein Praktikum!

Dass Sie eine Kurzbewerbung absenden, bedeutet nicht, dass Sie wichtige Informationen auslassen dürfen. Auch wenn Sie keine Erfahrungen in Ihrem Anschreiben erwähnen können, muss sich das Unternehmen trotzdem ein Bild von Ihnen machen können. Sowohl die Angaben im Bewerbungsschreiben als auch die Daten in Ihrem Lebenslauf sollten das problemlos ermöglichen.

Viele Bewerber machen nämlich den Fehler, dass sie in ihre Kurzbewerbung wenig Zeit investieren, weil sie glauben, dass Kürze gleichzeitig weniger Interesse bedeutet. Das ist nicht der Fall. Im Gegenteil: Da Sie bei einer Kurzbewerbung weniger Platz haben, um zu schreiben, was Sie sagen möchten, müssen Sie mehr Zeit investieren! Viel schreiben ist einfach. Sich dagegen klar, knapp und präzise auszudrücken, erfordert Zeit und Geschick. Es lohnt sich daher, nicht einfach Muster und Vorlagen zu übernehmen, sondern selbst zu formulieren und ein interessantes Anschreiben zu erstellen.

Neben dem Inhalt Ihres Anschreibens ist auch die formale Vollständigkeit Ihrer Kurzbewerbung von Bedeutung. Jede Information, die Sie in Ihrem Anschreiben erwähnen, muss aus der restlichen Bewerbung durch Daten hervorgehen und belegbar sein. Folgende Dokumente gehören daher immer in Ihre Bewerbung:

  • Das Anschreiben. Dieses Dokument ist die erste Seite und daher das Aushängeschild Ihrer Bewerbung. Ein roter Faden, eine fehlerfreie Ausdrucksweise und Ihre Kontaktdaten gehören genauso dazu wie ein persönlicher Ton und Ihre Motivation für das Praktikum. Die Bewerbung steht und fällt mit dem Anschreiben, weshalb hier besondere Aufmerksamkeit gefragt ist.
  • Der Lebenslauf. Für das zweite Dokument, das für eine Kurzbewerbung um ein Praktikum selber erstellt werden muss, ist ebenfalls Sorgfalt gefragt. Die Angaben müssen exakt zu denen des Bewerbungsschreibens passen, Ausbildung oder Studium sollten klar erkennbar sein, aber auch persönliche Interessen dürfen Platz finden.
  • Das Bewerbungsfoto. Dieser Baustein Ihrer Bewerbung wird häufig unterschätzt, kann aber durchaus über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Gerade, wenn Sie sich für ein Praktikum bewerben, in dem Sie viel mit Menschen arbeiten, ist ein Bewerbungsfoto wichtig. Investieren Sie daher in ein professionelles Foto und fügen Sie es passend in das Dokument ein.
  • Kopien Ihrer Zeugnisse. Auch wenn Sie noch keine Berufserfahrung vorweisen können, sollten Sie die Belege Ihrer Ausbildung beifügen. Dazu gehören immer Schulzeugnisse, Ausbildungszeugnisse und/oder Zeugnisse Ihres Studiums. Besonders Bescheinigungen von relevanten Kurse oder Weiterbildungen gehören in Ihre Kurzbewerbung.

Mit den Tipps rund um diese vier Inhalte einer Bewerbung haben Sie gute Karten für das Praktikum, selbst wenn Sie „nur“ eine Kurzbewerbung verfassen. Fokussieren Sie sich auf eine fehlerfreie und genaue Bearbeitung dieser vier Punkte, womit Sie mehr erreichen werden als mit einer zehnseitigen Bewerbung. Aber nicht nur der Inhalt, sondern auch das Aussehen entscheidet.

 

#2 Kurz bedeutet nicht nachlässig. Das Layout entscheidet über den Erfolg der Kurzbewerbung!

Versetzen Sie sich einmal in die Lage des Unternehmens, bei dem Sie ein Praktikum absolvieren wollen. Sie schreiben diese Stelle aus und da Sie besonders gute Konditionen anbieten, interessante Aufgabenbereiche haben und dazu noch innovativ arbeiten, bekommen Sie mindestens 50 Bewerbungen. Diese 50 Bewerbungen müssen Sie nun aussortieren. Nach welchen Kriterien gehen Sie vor?

Dieses Gedankenspiel hilft Ihnen dabei, zu verstehen, wie wichtig das Layout Ihrer Bewerbung für eine Einladung zum Vorstellungsgespräch ist. Auch wenn Ihr Inhalt noch so gut ist: Spätestens nach 20 Bewerbungsmappen landen Exemplare mit Eselsohren und Kaffeeflecken automatisch auf dem Ablagestapel.

Ein besonderes Design oder ein ansprechend gegliedertes Bewerbungsschreiben helfen also vor allem bei sehr gefragten Praktika dabei, aus der Masse herauszustechen und Eindruck zu machen. Das gelingt Ihnen spielend leicht mit den folgenden Tipps:

  • Nehmen Sie sich Zeit, um nach Mustern und Vorlagen zu suchen, die Sie spontan ansprechen. Wenn Sie sich durch das Beispiel einer Bewerbung angesprochen fühlen, dann können Sie davon ausgehen, dass es auch dem Personaler so geht, der die Bewerbung liest.
  • Auch wenn Sie privat gerne extravagante Farben und Schnörkel in Ihren Mails verwenden: In einer Bewerbung kann sich diese Vorgehensweise negativ auswirken. Sie bewerben sich mit dem Fokus auf Ihrer Motivation und Ihrem fachlichen Hintergrund, wovon knallige Farben und Verzierungen nur ablenken.
  • Gerade bei Bewerbungen in Papierform ist besondere Sorgfalt gefragt. Sauberes Papier ohne Knicke, eine neue Bewerbungsmappe und ein hochwertiger Druck sind Mindestanforderungen. Auch beim Versand der Bewerbung kann einiges schiefgehen. Achten Sie daher auf eine ausreichende Frankierung und einen verstärkten Umschlag, damit die Bewerbung möglichst so ankommt wie Sie sie versendet haben.
  • Beim elektronischen Versand per Mail hängen Sie Ihre gesamte Kurzbewerbung in einer Datei an. Beim Zusammenfügen der Unterlagen zu einer PDF-Datei kann es schnell zu Fehlern kommen. Korrekturlesen ist daher immer Pflicht.

Eine sorgfältige Erstellung und ein ansprechendes Layout: Mit diesen zwei Tipps machen Sie bei Ihrer Kurzbewerbung um ein Praktikum auf jeden Fall nichts falsch. Nun gilt es noch, Ihr Anschreiben zu verfeinern. Schließlich erfährt das Unternehmen nur so, wer Sie sind und was Sie wollen.

 

#3 Umgangssprache und Floskeln: Keine gute Idee für Ihre Kurzbewerbung!

Es stimmt: Als angehender Praktikant sind Sie natürlich noch nicht erfahren in der Geschäftswelt und haben daher gerade zu Beginn eine Art Welpenschutz. Das gilt aber nicht für Ihre Bewerbung! Umgangssprachliche Ausdrücke und nichtssagende Worthülsen sind daher schnell dafür verantwortlich, dass Ihre Bewerbung im Papierkorb landet.

Umgangssprache ist dabei gar nicht so einfach zu fassen. Schließlich soll die Bewerbung persönlich gestaltet werden und im Vorstellungsgespräch wird doch auch ganz normal gesprochen? Die folgenden Beispiele helfen Ihnen dabei, zu verstehen, welche umgangssprachlichen Formulierungen gemeint und zu vermeiden sind:

Ich habe von Ihrem Job gehört. Der hat mir gut gefallen! Ich möchte mich bei Ihnen als ___ bewerben.

Besser ist: Auf der Seite ___ habe ich von Ihrem Stellenangebot erfahren, das mein Interesse geweckt hat. Deswegen möchte ich mich Ihnen als ___ vorstellen.

Ich wollte schon immer ___ werden. Kann ich das bei Ihnen im Praktikum lernen?

Besser ist es, Fragen zu vermeiden: Mein größter Wunsch war schon immer eine Tätigkeit im Bereich ___. Diese Chance sehe ich nun bei Ihnen, weshalb ich mich freue, von Ihnen zu hören.

Der Trick ist nun, Umgangssprache zu vermeiden und sich trotzdem nicht in geschwollener Sprache zu verlieren, ohne eine klare Aussage zu treffen. Das passiert schnell, wenn Sie Muster übernehmen und nicht auf Sie persönlich anpassen. Achten Sie daher darauf, in jedem Satz eine neue Information unterzubringen und nicht mehrere Sätze aneinanderzureihen, um Zeilen zu füllen und professionell zu klingen.

Sie achten also auf Klarheit, eine gute Ausdrucksweise und ein sauberes Layout. Nun fehlt noch das Wichtigste. Warum wollen Sie eigentlich ein Praktikum genau dort machen, wo Sie sich bewerben?

 

#4 Kein Bezug zum Unternehmen: Das Aus für Ihre Kurzbewerbung?

In der Tat kann dieser Fehler dazu führen, dass Ihre Bewerbung zwar nicht im Papierkorb landet, aber im Stapel der möglichen Kandidaten ganz unten. Auch wenn Ihre Ausdrucksweise perfekt ist, das Layout stimmt und Sie sonst alles befolgt haben: Eine Bewerbung bleibt dem Personaler nur im Kopf, wenn der persönliche Bezug zum Unternehmen hergestellt wird.

Information ist daher Gold wert – beziehungsweise Ihren Praktikumsplatz. Nutzen Sie alle Möglichkeiten, um zu erfahren, was genau im Unternehmen auf Sie zukommt. Welche Aufgaben interessieren Sie? Was sind Pluspunkte, die Ihnen bei einem Praktikum genau dort einfallen? Gibt es Tätigkeitsschwerpunkte, die Sie besonders reizen? Indem Sie diese Fragen beantworten und Ihre Notizen im Anschreiben verwenden, machen Sie deutlich, dass Sie nicht nur ein lästiges Pflichtpraktikum ableisten, sondern tatsächlich Interesse an diesem Unternehmen haben.

Genau dieses Interesse macht Ihre Bewerbung individuell und persönlich. Ein perfektes Aussehen, fehlerfreie Rechtschreibung und Vollständigkeit sind die Basis. Der persönliche Bezug ist das Sahnehäubchen, das zum Erfolg führt.

 

Fehlerfrei – und nun? So geht es mit Ihrer Kurzbewerbung weiter

Sie wissen nun, dass eine Kurzbewerbung nicht automatisch weniger Arbeit bedeutet – im Gegenteil. Außerdem haben Sie erfahren, welchen Unterschied das Aussehen Ihrer Bewerbung machen kann, wie Sie sich gewählt und gleichzeitig klar ausdrücken und wie der persönliche Bezug letztendlich entscheidet.

Wenn Sie diese vier Punkte beachten, sind Sie bestens für Ihren ersten Schritt in die Arbeitswelt gerüstet. Viel Erfolg!