Praktikum für Flüchtlinge: So starten Sie effektiv durch

Praktikum für Flüchtlinge Tipps
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Sie sind als Emigrant nach Deutschland gekommen und suchen nach einem Praktikum für Flüchtlinge, in dem Sie erste Berufserfahrungen sammeln können? Allerdings wissen Sie nicht, wie Sie sich um eine Stelle als Praktikant bewerben und wie Sie einen Arbeitgeber von sich überzeugen können?

Dann sind Sie hier genau richtig! Mit den Informationen aus diesem Artikel klappt es ganz sicher mit dem freiwilligen Praktikum!

In diesem Beitrag informieren Sie sich über die Gründe für ein Betriebspraktikum sowie über die rechtlichen Voraussetzungen für ein solches. Sie verschaffen sich einen Überblick über die unterschiedlichen Praktikumsarten und Sie lernen, in welchen Bereichen Sie Ihre ersten Berufserfahrungen sammeln können. Indem Sie sich über Anlaufstellen für die Praktikumssuche informieren, finden Sie garantiert die passende Stelle! Und damit sich ein Unternehmen für Sie und nicht für einen anderen Bewerber entscheidet, lernen Sie die wichtigsten Inhalte der Praktikumsbewerbung sowie des anschließenden Vorstellungsgesprächs kennen.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und vor allem viel Erfolg als Bewerber auf dem deutschen Arbeitsmarkt!

 

Darum ist ein Praktikum für Flüchtlinge wichtig

Wenn Sie langfristig in der Bundesrepublik Deutschland leben wollen, kommen Sie nicht darum herum, Praxiserfahrungen in der Berufswelt zu sammeln. Nur so qualifizieren Sie sich für den deutschen Arbeitsmarkt und können eine Berufsausbildung machen, um sich eine Existenz aufzubauen. Eine Praktikumsstelle ist also der erste Schritt in Richtung finanzielle Unabhängigkeit!

Die Anstellung als Praktikant respektive Praktikantin ist außerdem wichtig, um sich beruflich zu orientieren. Indem Sie Einblicke in das jeweilige Berufsfeld gewinnen, stellen Sie fest, ob die Tätigkeit zu Ihnen passt oder, ob ein anderer Beruf vermutlich die bessere Wahl ist.

 

  • Wichtig: Die Teilnahme am Arbeitsmarkt ist eine Grundvoraussetzung für Ihre Integration in die Gesellschaft. Dies gilt für Deutschland genauso wie für die meisten anderen Länder auf der Welt.

 

Rechtliche Grundlagen für Ihre Anstellung als Praktikant/-in

Wenn Sie offiziell als Flüchtling anerkannt wurden und aus völkerrechtlichen, politischen oder humanitären Gründen eine Aufenthaltserlaubnis erhalten haben, dürfen Sie in Deutschland einer Beschäftigung nachgehen. Das Arbeiten als Praktikant respektive Praktikantin ist hiervon nicht ausgenommen! Dabei kommt für Sie als Flüchtling ein sogenanntes Orientierungspraktikum vermutlich am ehesten infrage. Weitere Informationen zu dieser sowie zu anderen Praktikumsmöglichkeiten sammeln Sie im nächsten Abschnitt dieses Beitrags.

 

  • Übrigens: In Deutschland gilt seit dem 1. August des Jahres 2015 eine neue Beschäftigungsordnung. Diese besagt, dass auch Geduldete sowie Asylsuchende praktisch in einem Unternehmen tätig sein dürfen. Diese Regelung ist nichts Neues. Die aktuelle Ordnung erleichtert diesen Personengruppen den Zugang zu Praktika allerdings erheblich. Vor dem 1. August 2015 musste die Bundesagentur für Arbeit eine Praktikumsstelle nämlich erst genehmigen, ehe die Menschen erste Berufserfahrungen sammeln konnten.

 

Welche Pratikumsarten bieten Unternehmen an?

Im Folgenden verschaffen Sie sich einen Überblick über die verschiedenen Arten von Praktika für Flüchtlinge. Los geht es mit dem sogenannten Berufsorientierungspraktikum:

Unter einer solchen Praktikumsstelle versteht man allgemein eine zeitlich begrenzte Tätigkeit, die Aufschluss darüber geben soll, ob ein Beruf zu Ihnen passt oder nicht.

Im engeren Sinn bezieht sich dieser Begriff allerdings auf eine betriebliche Tätigkeit, die von Flüchtlingen und Asylbewerbern ohne abgeschlossene Berufsausbildung ausgeübt wird. Möchten Sie in Deutschland eine Ausbildung beginnen, müssen Sie zunächst ein solches Praktikum ableisten. Die Dauer der Anstellung darf nicht länger als drei Monate sein und der Job muss einen Bezug zum gewünschten Ausbildungsberuf aufweisen.

 

  • Hinweis: Ein Berufsorientierungspraktikum erfordert zwar nicht die Genehmigung der Bundesagentur für Arbeit, sehrwohl aber die Erlaubnis der Ausländerbehörde.

 

Die Beschäftigung auf Probe

Soll ein junger Geflüchteter oder eine junge Geflüchtete vorübergehend in einem bestimmten Betrieb tätig sein, um herauszufinden, ob er/sie sich für eine langfristige Anstellung eignet, nennt man das Probebeschäftigung. Diese Form von Schnupperpraktikum wird mit dem gesetzlichen Mindestlohn vergütet. Die Aufnahme einer solchen Stelle erfordert die Genehmigung durch die Bundesagentur für Arbeit.

 

Die Qualifizierung für den Arbeitsmarkt

Die sogenannte Einstiegsqualifizierung kommt vor allem für Menschen mit einer bestehenden Sprachbarriere beziehungsweise mit einer Lernbeeinträchtigung infrage. Es handelt sich, wie der Begriff bereits verrät, um eine Qualifizierungsmaßnahme: Als Interessent werden Sie an eine Ausbildung herangeführt, sofern Sie aufgrund der oben genannten Punkte noch nicht für diese geeignet sind.

Um an einer solchen Maßnahme teilnehmen zu können, müssen Sie mit dem Arbeitgeber einen Vertrag nach dem Berufsbildungsgesetz (kurz: BBiG) abschließen. Die Dauer einer Einstiegsqualifizierung beträgt zwischen einem halben und einem ganzen Jahr.

 

Das Praktikum nach der Berufsausbildung

Auch nach einer Ausbildung oder im Anschluss an ein Studium können erste Praxiserfahrungen gesammelt werden. Hier haben Sie den Anspruch auf eine Vergütung – diese orientiert sich am gesetzlichen Mindestlohn – und Sie müssen sich nicht die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit einholen. Eine solche Genehmigung ist nur dann erforderlich, wenn Sie die Beschäftigung länger als drei Monate ausüben.

 

Praktikum für Flüchtlinge als stiller Beobachter

Eine Alternative zur herkömmlichen Praxiserfahrung für Flüchtlinge ist die Hospitation. Während einer solchen sind Sie quasi in einem Betrieb zu Gast. Sie verschaffen sich einen Einblick in die Arbeitsabläufe, werden aber nicht in den Alltag der Firma integriert. Sie leisten also keinerlei Arbeit und lernen ausschließlich durch das Beobachten und Zuschauen.

 

Neue Chancen für Geflüchtete

Zu guter Letzt ist darauf hinzuweisen, dass immer mehr Unternehmen in Deutschland neue Praktikumsmodelle entwickeln, um Flüchtlinge in ihren Betrieb einzugliedern. So bietet ein großer Automobilkonzern beispielsweise die Möglichkeit eines sogenannten Brückenpraktikums. Charakteristisch für diese Form ist, dass sich der Konzern und die Agentur für Arbeit die Kosten für die Vergütung des Ungelehrten teilen.

 

Der Arbeitsmarkt ist vielfältig

Nun kennen Sie die wichtigsten Arten von Praktika für Flüchtlinge. Aber wo, sprich: in welchen Bereichen können Sie Ihre ersten betrieblichen Praxiserfahrungen sammeln?

Die Antwort auf diese Frage lautet: Es gibt quasi keine Grenzen. Sie können als Praktikant/-in sowohl in der Produktion und Fertigung als auch in den Naturwissenschaften, im sozialen Bereich und auf sämtlichen weiteren Gebieten tätig werden. Für welchen Job Sie sich entscheiden sollten, hängt dabei in erster Linie von Ihren Voraussetzungen ab:

Sollten Ihre Deutschkenntnisse beispielsweise noch nicht sonderlich gut sein, empfiehlt es sich, eine Stelle zu suchen, bei der der Sprache keine übergeordnete Bedeutung zukommt. Hierzu zählen beispielsweise die Berufe Tischler, Dachdecker und Koch.

Verstehen Sie diese Empfehlung aber bitte nicht falsch: Sie lernen die deutsche Sprache am besten, indem Sie sie anwenden! Wenn von einer „untergeordneten Rolle der Sprache“ die Rede ist, ist damit lediglich gemeint, dass die einwandfreie Sprachbeherrschung in dem Job kein Kriterium für die Qualität Ihrer Arbeit sein sollte.

 

  • Merke: Sollten Sie noch nicht wissen, welcher Beruf für Sie infrage kommt, empfiehlt es sich, verschiedene Praktika zu machen, um sich zu orientieren.

 

Hier finden Sie Praktikumsstellen

  • Die Bundesagentur für Arbeit ist die erste Anlaufstelle, wenn es darum geht, ein Praktikum für Flüchtlinge zu suchen. Auf der Internetseite der Agentur finden Sie eine Jobbörse samt umfangreichen Informationen über die freien Stellen. Zudem können Sie das Beratungsangebot der Behörde persönlich in Anspruch nehmen.
  • Auch die IHK (Industrie- und Handelskammer) verfügt über ein umfangreiches Portal, das Sie für die Suche nach einer Stelle nutzen können. Als Suchbegriff sollten Sie Praktikum zur Berufsorientierung eingeben.
  • In Deutschland gibt es diverse private Praktikums- und Berufsbörsen. Diese finden Sie ganz einfach online, indem Sie in die Suchmaschine Praktikumsstellen oder Ähnliches eingeben.
  • Ebenso gibt es Ausbildungs- und Arbeitsplatzbörsen, die sich eigens an geflüchtete Menschen richten. Über diese Plattformen können Sie direkt mit dem potenziellen Arbeitgeber in Kontakt treten.
  • Viele Berufsschulen pflegen Kooperationen mit diversen Unternehmen. Besuchen Sie eine solche Schule und informieren Sie sich vor Ort, ob die Möglichkeit für ein Praktikum als Flüchtling besteht.
  • Pro Asyl und andere Vereine verfügen über regionale und lokale Beratungsstellen für Geflüchtete. Machen Sie von den entsprechenden Angeboten in Ihrer Stadt Gebrauch!

 

Praktikum für Flüchtlinge – das müssen Sie mitbringen

Welche Voraussetzungen Sie für eine Praktikumsstelle mitbringen müssen, hängt von dem Unternehmen sowie von Ihren Aufgaben in diesem ab. Allgemein sind die folgenden Fähigkeiten und Eigenschaften für das freiwillige Praktikum von Vorteil.

  • Sprachkenntnisse: Idealerweise beherrschen Sie die deutsche Sprache. Manche Arbeitgeber setzen sogar das Niveau A2 voraus. Des Weiteren sind Englischkenntnisse sehr positiv und je nach Stelle können weitere Sprachfertigkeiten zu Ihren Gunsten sein.
  • Motivation und Lernbereitschaft: Diese Eigenschaften sind noch wichtiger als gute Sprachkenntnisse. Schließlich wünscht sich kein Chef einen unmotivierten Praktikanten. Bemerkt der Entrepreneur hingegen, dass Sie eine positive Einstellung mitbringen und etwas lernen wollen, steigert das Ihre Chancen auf die Stelle erheblich.
  • Interesse an dem Bereich: Die Berufstätigkeit wird Ihnen nur Spaß machen, wenn Sie an dem Gebiet interessiert sind. Deshalb sollten Sie sich einen gründlichen Überblick über den Arbeitsmarkt verschaffen, ehe Sie sich für eine Stelle entscheiden.

 

So bewerben Sie sich um eine Praktikantentätigkeit

Nun wissen Sie, wo Sie entsprechende Angebote finden und welche allgemeinen Voraussetzungen Sie für die Praxiserfahrung in einem Unternehmen mitbringen müssen. In den nächsten Abschnitten wird thematisiert, wie Sie sich um ein Praktikum für Flüchtlinge bewerben und wie Sie in dem Vorstellungsgespräch überzeugen können.

Um sich für eine Vakanz zu empfehlen, müssen Sie ein Bewerbungsschreiben beim Arbeitgeber einreichen. Dieses setzt sich aus den folgenden Bestandteilen zusammen:

  1. Anschreiben
  2. Lebenslauf
  3. Anlagen.

Die Anlagen umfassen Ihre Schulzeugnisse sowie weitere Dokumente, die Auskunft über Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse geben. Auch Bestätigungen über bereits gesammelte Praxiserfahrungen gehören in diesen Abschnitt.

 

  • Hinweis: Die Agentur für Arbeit bietet Bewerbungstrainings an. Hier lernen Sie, wie Sie eine professionelle Bewerbung schreiben. Außerdem kann Ihnen die Agentur bei der Übersetzung Ihrer Dokumente in die deutsche Sprache behilflich sein.

 

1. Das Anschreiben

Das Anschreiben ist sozusagen eine kurze Vorstellung Ihrer Person. Es geht darum, Ihr Können professionell darzustellen. Hierzu sollten Sie wie folgt vorgehen:

  • Erklären Sie, wo Sie die Praktikumsstelle gefunden haben, und führen Sie Gründe auf, warum Sie gerade in diesem Betrieb Praxiserfahrungen sammeln wollen. Schmeicheln Sie dem Unternehmer dabei ruhig ein wenig. Übertreiben Sie es jedoch nicht, da Ihr Lob sonst gekünstelt wirkt. Ihre Angaben müssen unbedingt der Wahrheit entsprechen!
  • Eine zuverlässige Arbeitsweise und ein vertrauenswürdiges Auftreten sind für jede Bewerbung respektive für jede Anstellung von Vorteil. Beschreiben Sie diese und weitere Ihrer Soft Skills. Es genügt allerdings nicht, diese Eigenschaften einfach nur aufzuzählen. Stellen Sie Ihre Fähigkeiten stattdessen möglichst mit Hinweisen auf die Dokumente in den Anlagen unter Beweis.
  • Zum Schluss des Anschreibens geben Sie an, wann Sie mit der Praktikantentätigkeit beginnen können. Je nach Praktikumsart (siehe oben) folgen Ihre Gehaltsvorstellungen diesen Angaben.
  • Zu guter Letzt geben Sie an, dass Sie sich auf eine positive Rückmeldung freuen und dass Sie sich gerne in einem persönlichen Gespräch vorstellen. Verzichten Sie hierbei auf Formulierungen mit dem Wort „würde“.
  • Das Bewerbungsanschreiben wird mit der gängigen Grußformel („Mit freundlichen Grüßen“) und Ihrer Unterschrift abgeschlossen.

 

  • Hinweis: Die Länge des Anschreibens sollte nicht mehr als eine DIN-A4-Seite betragen. Weitere Informationen und Richtlinien erhalten Sie, wie gesagt, bei der Bundesagentur für Arbeit.

 

Weiterführende Tipps zum Bewerbungsschreiben

  • Schreiben Sie selbstbewusst und machen Sie sich nicht kleiner, als Sie sind.
  • Heben Sie Ihre Stärken hervor, ohne zu übertreiben.
  • Was sagen Ihre Mitmenschen über Sie? Beziehen Sie diese (positiven) Aspekte mit ein.

 

Stechen Sie aus der Menge hervor.

Indem Sie den Namen des Ansprechpartners in Erfahrung bringen und diesen im Anschreiben persönlich ansprechen, hinterlassen Sie einen guten Eindruck. Wer für die Einstellung von Praktikanten/Praktikantinnen zuständig ist, erfahren Sie in der Stellenausschreibung oder auf der Website der Firma.

 

2. Der Lebenslauf

Bei Ihrem Lebenslauf kommt es vor allem auf Übersichtlichkeit an.

Der CV (Abkürzung für Curriculum Vitae) ist das, was sich viele Recruiter als erstes ansehen. Deshalb muss dieser Bestandteil Ihrer Bewerbung gut strukturiert sein! Gliedern Sie Ihre Angaben wie folgt:

  • Ganz oben: Hier stehen Ihr vollständiger Name, Ihr Geburtsdatum und -ort, Ihre Kontaktdaten sowie Ihre Staatsangehörigkeit.
  • Oben rechts: In dieser Ecke befindet sich Ihr professionelles Bewerbungsfoto.
  • Mittlerer Teil: Hier führen Sie Ihre (schulische) Ausbildung, bereits absolvierte Praktika, besondere Kenntnisse sowie Ihre persönlichen Interessen an.
  • Ganz unten: Das Datum, an dem Sie den Lebenslauf erstellt haben, und Ihre Unterschrift.

 

  • Wichtig: Führen Sie Ihre Angaben in der sogenannten absteigend chronologischen Reihenfolge auf. Das heißt, Sie starten mit dem neusten Ereignis; Ihre am frühesten gesammelten Kenntnisse stehen am Ende des Lebenslaufs.

 

Vielfalt ist gut. Allerdings nicht beim CV!

Sie sollten weder den Curriculum Vitae noch Ihre anderen Bewerbungsunterlagen zu ausgefallen gestalten. Arbeiten Sie mit maximal zwei unterschiedlichen Farben und Schriftgrößen; beschränken Sie sich zudem auf eine Schriftart. Anstatt mit Formatierungen zu experimentieren, sollten Sie sich also auf das Wesentliche konzentrieren: die professionelle Darstellung Ihrer Person und die übersichtliche Strukturierung der Unterlagen.

 

Nach der Bewerbung folgt das Einstellungsgespräch

Hat Ihre Bewerbung den Personaler eines Unternehmens überzeugt, werden Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Ehe Sie lernen, wie Sie sich in diesem für eine Stelle empfehlen, sammeln Sie ein paar interessante Hinweise zu dem Thema:

  • Ein Einstellungsgespräch dauert für gewöhnlich zwischen 30 und 60 Minuten.
  • Die tatsächliche Länge hängt von der Art der Anstellung ab.
  • Dabei gilt: Je höher der Beschäftigungsgrad, desto länger das Gespräch.
  • Bei einer Bewerbung um ein freiwilliges Praktikum werden Sie sich also kaum länger als 30 Minuten mit dem Recruiter austauschen.
  • Die meisten Einstellungstests verlaufen nach einem sehr ähnlichen Schema.
  • Viele Personalverantwortliche geben an, dass sie in den ersten 90 Sekunden entscheiden, ob der Bewerber zum Betrieb passt oder nicht.

 

So hinterlassen Sie einen guten Eindruck

Um Ihre Chancen auf die Einstellung über die ersten 90 Sekunden des Gesprächs hinaus zu wahren, müssen Sie sich durch ein gepflegtes Äußeres auszeichnen. Neben einer ordentlichen Frisur, einem gestutzten Bart und sauberen Fingernägeln spielt vor allem Ihre Kleidung eine wichtige Rolle. Der passende Dresscode kann dabei von Arbeitsstelle zu Arbeitsstelle variieren. Allgemein sollten Sie sich aber an den folgenden Regeln orientieren.

  • Das Personal von Versicherungen, Banken und ähnlichen Unternehmen ist eher konservativ gekleidet.
  • In kreativen Berufsfeldern sowie in Start-ups herrscht hingegen ein lockerer Kleidungsstil.
  • Eine schwarze Hose samt unauffälligem Hemd/unauffälliger Bluse geht prinzipiell immer.
  • Tragen Sie dezente Schuhe!
  • Ihre Kleidung muss frei von Verunreinigungen und Beschädigungen sein.

 

Sie wissen nicht, welcher der richtige Dresscode für das Vorsprechen ist?

In diesem Fall sollten Sie auf der Internetseite des Arbeitgebers recherchieren. Ebenso können Sie sich telefonisch mit der Geschäftsführung in Verbindung setzen und sich Auskunft über die angemessene Kleidung einholen.

 

Glänzen Sie durch einen souveränen Auftritt!

Insbesondere, wenn Sie noch keine Erfahrung in Sachen Bewerbung um ein Praktikum für Flüchtlinge haben, sollten Sie sich Folgendes vor Augen führen: Ihr Gesprächspartner möchte Ihnen nichts Böses! Vielmehr möchte Sie der Recruiter persönlich kennenlernen, um einschätzen zu können, ob Sie als Praktikant/-in infrage kommen. Behalten Sie diese Tatsache im Hinterkopf, werden Sie bei dem Termin weniger aufgeregt sein!

 

Beachten Sie während des Bewerbungsgesprächs außerdem die folgenden Aspekte:

  • Reden Sie in einem normalen Tempo.
  • Achten Sie auf eine normale Stimmlage.
  • Überlegen Sie vor der Beantwortung einer Frage gut.
  • Antworten Sie möglichst präzise und prägnant.
  • Haben Sie eine Frage nicht verstanden, klären Sie sie, ehe Sie antworten.
  • Vermeiden Sie Umgangssprache.
  • Hören Sie die ganze Zeit über aufmerksam zu.
  • Lassen Sie Ihr Gegenüber ausreden, ehe Sie etwas sagen.

 

Diese Fragen kommen im Vorstellungsgespräch auf Sie zu

Im Folgenden finden Sie einige Fragen, die häufig in einem Bewerbungsgespräch gestellt werden. Bereiten Sie sich auf diese Fragestellungen vor, um Ihre Chancen auf das Praktikum für Flüchtlinge zu maximieren!

 

„Welche Stärken haben Sie?“

Erkundigt sich der Personaler nach diesem Auswahlkriterium, geht es darum, Ihre für die Praktikumsstelle relevanten Fähigkeiten anhand von Praxisbeispielen zu erläutern. Eigenschaften, die bei jedem Personalverantwortlichen gut ankommen, sind:

  • starkes Interesse und Neugier
  • der Wille, Neues zu lernen
  • die Kompetenz, sich aus Fehlern weiterzuentwickeln
  • eine hohe Zuverlässigkeit
  • eine zielorientierte Arbeitsweise
  • eine gute Belastbarkeit
  • der angemessene Umgang mit Stress.

 

„Was sind Ihre Schwächen?“

Ein Recruiter wird sich immer auch nach Ihren „Fehlern“ erkundigen. Gestehen Sie Schwächen ein, seien Sie aber nicht zu ehrlich – was natürlich nicht heißt, dass Sie lügen sollen! Bedeutet: Idealerweise können Sie einen, maximal zwei Makel anführen, die ebenfalls als Stärken ausgelegt werden können.

 

Ein Beispiel:

Sie können Arbeitsprozesse nicht abbrechen, ehe ein gewisses Ziel erreicht ist. Andernfalls werden Sie unruhig und haben das Gefühl, Ihre Arbeit nicht erledigt zu haben.

 

„Was wollen Sie beruflich erreichen?“

Wenn Sie genaue Vorstellungen davon haben, wie es nach dem Praktikum für Flüchtlinge weitergehen soll, ist das umso besser. Allerdings müssen Ihre konkreten Pläne realistisch sein!

Ebenso ist es kein Beinbruch, wenn Sie sich noch nicht umfassend mit Ihrer Berufszukunft auseinandergesetzt haben. Dies sollten Sie allerdings nicht offenkundig darstellen! Erklären Sie stattdessen, dass Sie sich auf langfristige Sicht weiterentwickeln wollen – beruflich und persönlich – und dass Sie gerne mehr Verantwortung tragen würden.

 

„Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?“

An dieser Stelle sollten Sie Ihre positiven Eigenschaften noch einmal in den Vordergrund rücken. Verknüpfen Sie Ihre Fähigkeiten mit den Anforderungen der Vakanz und konzentrieren Sie sich, ehe Sie antworten. Sehen Sie dabei davon ab, sich auf andere Bewerber zu beziehen. Schließlich kennen Sie diese nicht und können ihre Fähigkeiten somit nicht bewerten.

 

„Bestehen noch Fragen?“

Die Erfahrung zeigt, dass viele Stellenbewerber – und zwar längst nicht nur Geflüchtete – den Fehler machen, diese Frage des Personalers zu verneinen.

Trauen Sie sich, einige eigene Fragen zu stellen! So sammeln Sie zusätzliche Sympathiepunkte bei Ihrem Gegenüber. Stellen Sie hingegen keine Rückfragen, vermutet Ihr Gesprächspartner, dass Ihr Interesse an der Vakanz nicht allzu groß ist. Sie sollten auch dann einige Punkte ansprechen, wenn im Gespräch eigentlich bereits alles geklärt wurde.

 

Beispiele für Ihre eigenen Fragestellungen:

  • Wie werde ich genau eingesetzt?
  • Was unterscheidet einen guten von einem exzellenten Praktikanten?
  • Dürfte ich meinen Arbeitsplatz kennenlernen?

 

  • Hinweis: Weniger gute Fragen sind solche, die bereits im Gespräch geklärt wurden. Erkundigen Sie sich nach solchen Aspekten, wirkt das so, als hätten Sie nicht aufmerksam zugehört.

 

Der höfliche Abschied vom Recruiter

Haben Sie das Gespräch mit dem Personalverantwortlichen hinter sich gebracht, kann kaum noch etwas schiefgehen. Um positiv in Erinnerung zu bleiben, müssen Sie sich höflich verabschieden und sich beim Gesprächspartner dafür bedanken, dass sich dieser Zeit für Sie genommen hat. Schütteln Sie die Hand Ihres Gegenübers und drücken Sie Ihre Wertschätzung wie folgt oder so ähnlich aus:

„Auf Wiedersehen und vielen Dank, dass Sie sich Zeit für mich genommen haben!“.

 

Nun sind Sie an der Reihe!

Was Sie in diesem Beitrag gelernt haben:

Sie wissen nun, warum ein Praktikum für Flüchtlinge sinnvoll sein kann und haben Informationen über dessen rechtliche Voraussetzungen gesammelt. Außerdem haben Sie sich einen Überblick über die verschiedenen Praktikumsarten sowie über mögliche Anlaufstellen für die Praktikumssuche verschafft. Da Sie jetzt die wichtigsten Inhalte der Praktikumsbewerbung und des an diese anknüpfenden Vorstellungsgeprächs kennen, steht Ihrer Anstellung als Praktikant/-in nichts mehr im Weg. Wir drücken Ihnen die Daumen für Ihre Eingliederung in den deutschen Arbeitsmarkt!